15.07.2015 - Martin beim Maratona dles Dolomites
erstellt von Manuel Enderle am 15.07.2015 00:40

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Am 05.07.15 fand in den Südtiroler Dolomiten der Maratona dles Dolomites statt, zum wiederholtem mal dabei war auch Martin Neumeyer. Die kurze Umschreibung des Kurses: Die klassische Marathondistanz bei diesem Event geht über 138km Distanz und 3900hm, also nicht besonders lang, jedoch für diese Distanz ordentlich Höhenmeter. In Traumhaft schöner Kulisse geht es zunächst von La Villa über Corvara um die berühmte Sella Ronda, welche die Pässe Campalongo, Pordoi, Sellajoch und Grödener Joch umfasst. Für die Marathonteilnehmer ist dies erst die Warmfahrrunde, denn es geht anschließend nochmals über den Campolongo Pass, bevor es über einige Flachstücke und Wellen zum sehr kräfteraubenden Passo Giau geht. Zum Abschluss steht noch der Passo Falzarego auf dem Programm, seit letztem Jahr wurde durch die Veranstalter 3km vor dem Ziel noch eine kleine Gemeinheit in Form einer bis zu 19% steilen Wand eingebaut, die jedoch nicht besonders lang ist und somit überwunden ist, bevor der Schmerz das Gehirn erreicht.

Am Sonntag früh um 6:30 Uhr erfolgte dann der Startschuss für Martin und ca. 9000 weitere Teilnehmer. Ziel für diesen Tag war, die bisherige persönliche Bestzeit von 5:33 zu unterbieten. Somit bestand nicht viel Zeit die Beine warmzufahren. Gleich von Beginn an versuchte ich einen Weg durch die Teilnehmermassen zu finden, um möglichst ohne Bedrängnis und unsichere Fahrer um einen herum in die erste Abfahrt zu gehen. Am Passo Pordoi heißt es dann, einen gleichmäßigen Rhythmus zu finden und weiter Plätze gutmachen. Bis dahin lief es sehr gut, oben am Pass angekommen keine Spur mehr von Gedränge, was für die anschließende längere Abfahrt sehr von Vorteil ist, man kann die Ideallinie auf der vollständig abgesperrten Straße wählen. Die Weiterfahrt über das teilweise recht steile Sellajoch und Grödener Joch verlief weiter planmäßig, nach ca. 2:12 wurde das erste Mal das Ziel in Corvara passiert. Weniger trainierte hätten hier die Möglichkeit, direkt ins Ziel zu fahren, für mich war dies auf keinen Fall eine Alternative. Bei der zweiten Auffahrt auf den Campolongo-Pass spürt man dann schon eine gewisse Vorbelastung, um nicht zu sagen es war sehr zäh. Aber gleich wartet eine Abfahrt und ein Flachstück, dass in einer Gruppe versteckt gut zur Erholung genutzt werden kann. So geschehen wurde in den Passo Giau eingefahren. An sich kein extrem schwieriger Pass, auf 9,5 km sind 900 hm zu überwinden. Mit der Vorbelastung der Sella Ronda in den Beinen und wegen seiner sonnenausgesetzten Lage kann sich die Auffahrt jedoch auch sehr zäh gestalten. Die Frage der richtigen Übersetzung für diesen Anstieg ist schnell geklärt, der kleinste, immer noch zu große, Gang wird mich hier hoch bringen. Oben noch mal kurz verpflegen, und eigentlich kann jetzt nichts mehr Großartiges passieren. Der Passo Falzarego ist im Vergleich zu den vorangeganenen Anstiegen ein schöner Roller-Berg, den man auch angeschlagen noch problemlos bezwingen kann. So ging ich auch optimistisch in diese Auffahrt hinein, um nach ca. 2 km festzustellen, dass die Luft raus ist. Am Hinterreifen. Der Versuch, den Plattfuß mit Pannenspray abzudichten, schlug leider fehl, also nochmal ein Versuch etwas Luft in den Reifen zu bringen, schließlich sind es noch 25 km ins Ziel mit einer langen Passabfahrt dazwischen. Leider hat die Luft nicht lange gehalten, so musste ich noch mehrmals an den Verpflegungen und Servicestellen den Reifen aufpumpen. Die Passabfahrt vom Falzarego wurde dann auf Sicherheit gefahren, mit einem fast platten Reifen wollte ich nichts mehr riskieren. Vor der letzten 19% Wand war dann allerdings die Luft komplett raus, sowohl mental als auch im Reifen. Aber so kurz vor dem Ziel gibt es kein zurück, also auf dem platten Hinterreifen (dank Schlauchreifen) die "Katermauer" hinauf. Von da aus ging es die letzten 3 km auf dem Platten Rad ins Ziel. Dort wurde schließlich eine Fahrzeit von 6:08 angezeigt, was einer ungefähren Platzierung 450 (von 4400) entspricht. Angesichts der Umstände war dies noch halbwegs zufriedenstellend.

Sportliche Grüße

RSC Komet Ludwigsburg