Ein Leben lang dem Radsport verschrieben
erstellt von siegfried neher am 20.09.2014 20:21

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Der Ludwigsburger Radsport-Pionier Gerhard Merz feiert heute seinen 85. Geburtstag. Im Haus in der Teinacher Straße in Eglosheim wird sich eine große Schar von Gratulanten beim Jubilar und seiner Frau Lilo einfinden.

Sportler, Trainer, Funktionär, Veranstalter – Gerhard Merz hat sich Zeit seines Lebens dem Radsport verschrieben. Schon als junger Kerl feierte er beachtliche Erfolge im Rennsattel. Unvergessen ist sein Sieg 1953 beim Aschenbahnrennen im Ludwig-Jahn-Stadion zusammen mit seinem Bruder Egon vor stattlicher Zuschauerkulisse. Schon damals startete er für „seinen“ RSC Komet Ludwigsburg.

Nahtlos ging er nach seiner aktiven Zeit dazu über, junge Sportler an seinem reichen Erfahrungsschatz teilhaben zu lassen. Er war beim RSC als Vereinstrainer im Einsatz, baute ab 1966 kontinuierlich mehrere Fördergruppen auf und wurde vom Württembergischen Radsportverband mehrfach für erfolgreiche Jugendarbeit ausgezeichnet. Fahrer wie Peter Stalla, Reiner Lemke, Chris Dörle, Michael Schulz, Tobias Nestle, Ralf Werner, Alexander Krieger und Jochen Käß gingen bei Merz in die sportliche Lehre. Krieger und Käß sind ja immer noch aktiv. Auch die Schwestern Janina, Simone und Natascha Klewitz führte der Trainer zu schönen Erfolgen.

33 Jahre lang wirkte Merz als Vorsitzender des RSC Komet (bis 1992). Sein ganz besonderes Steckenpferd ist das von ihm aus Taufe gehobene Eglosheimer Radkriterium, das in diesem Jahr bereits zum 47. Mal ausgetragen wurde. Dabei düsen die Pedaleure direkt an seiner Gartentür vorbei.

Weitere markante Stationen seines Schaffens sind der Bau eines Vereinsheims 1984 an der Bönnigheimer Straße, die Organisation der traditionellen Barockstadt-Neckartal-Rundfahrt für Jedermann und die Integration der AOK-Radsportgruppe in den Verein.

„Nebenbei“ war Gerhard Merz noch Geschäftsmann. Als Inhaber eines Fahrrad-Shops versorgte er zahlreiche Kunden über viele Jahre hinweg mit maßgeschneiderten Rädern für verschiedene Ansprüche – erst im Geschäft an der Ecke Frankfurter/Markgröninger Straße, dann mit der Erweiterung an der Ecke Nuss-ackerweg/Markgröninger Straße, ehe schließlich der Umzug in das Industriegebiet Hundshalde erfolgte.

Noch heute frönt Merz einer ganz besonderen Leidenschaft. Bei Festanlässen oder Umzügen präsentiert er sich mit Frack und Zylinder auf seinem nahezu 100 Jahre alten, historischen Laufrad. Dann fühlt sich der Pionier aus Eglosheim so richtig in seinem Element.

LKZ Bericht hier